Ethischer Fleischkonsum

Erfreulicherweise wird Tierquälerei in unserer Gesellschaft von den meisten Menschen schwer verurteilt.

Massentierhaltung, Tiertransporte, Schlachtung - das sind Schlagwörter, die der größte Teil der Bevölkerung extrem negativ sieht. Doch spannenderweise essen die gleichen Menschen, die dieses Tierleid ablehnen, trotzdem Fleisch, meist aus genau diesen Haltungsformen, die sie verurteilen. Woher kommt das?

pigs 1507208 1100

 

Wir sind aufgewachsen mit dem Glauben, dass das Essen von Fleisch absolut notwendig und gesund ist. Es sei sogar ungesund, wenn wir kein Fleisch essen! Jedenfalls mache das Essen von Fleisch stark und ist für die Intelligenz von äußerster Notwendigkeit. Dieser "Fleisch-Mythos" hält sich energisch. Da hilft es nichts, wenn das Gegenteil 100-fach bewiesen ist, und die Ernährungswissenschaft uns mahnt, den Fleischkonsum einzuschränken. Noch dazu gilt Fleisch absurderweise als Statussymbol, und trotz aller Alltäglichkeit als "etwas Besonderes", ohne das Weihnachten kein Weihnachten und Ostern kein Ostern wäre.

Wissen, woher es kommt

Wer Fleisch isst, sollte wissen, woher das Fleisch kommt. Und dass das nicht so einfach ist, zeigt dieser aktuelle Fall aus Vorarlberg. Es reicht nicht zu wissen, in welcher Metzgerei man eingekauft hat, oder vielleicht sogar, wie die Bauernfamilie heißt, in dessen Stallung die Tiere gelebt haben. Man muss in Erfahrung bringen, wie die Haltungsbedingungen wirklich ausgesehen haben! Nur wenn wir KonsumentInnen nachfragen, wie die Tierhaltung aussieht und woher die Tiere kommen, können wir Einfluss nehmen. Da leider zu wenige Menschen diese Verantwortung wahrnehmen, stammen etwa 95 % der Schweine in Österreich aus Massentierhaltung. Aus Stallungen, wie wir sie eigentlich keinesfalls haben wollen.

Es geht auch ohne

Immer mehr Menschen reduzieren ihren Fleischkonsum, weil sie der Überzeugung sind, dass dies gesünder ist. Und für immer mehr Menschen ist der Tierschutzaspekt auch ein wichtiger Grund, immer öfter das Fleisch durch Alternativen zu ersetzen. Durch die Gewohnheit fällt es oft schwer, von heute auf morgen ganz auf Fleisch zu verzichten. So passiert die Reduktion schrittweise, über Wochen oder länger. In wenigen Jahren werden 10 % der österreichischen Bevölkerung vollkommen vegetarisch leben. Und der Anteil an vegan lebenden Menschen steigt ebenfalls rasant. Keine Frage, dass den Tieren die vegetarische und vegane Lebensweise am meisten bringt.

Wie auch immer wir uns entscheiden: die Zukunft der Tierhaltung - und der gesamten Landwirtschaft - liegt in unseren Händen.